Kategorie Archiv: Lache Liebe Lebe

Und die Tränen laufen

Schulstart 2020

Es ist wieder soweit. Ein neues Schuljahr startet und damit endet für viele Kinder ein Stück Kindheit. Jedes Jahr fließen zahlreiche Tränen beim Abschlussfest in der Kita bei Eltern und Erzieherinnen und Erziehern. Zum einen, weil nun endgültig ein Kapitel geschlossen wird, zum anderen, weil ein neues, aufregendes Kapitel startet.

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Ich kann mich bei jedem meiner Kinder an diesen Tag erinnern. Das Abschlussfest in der Kita war für mich persönlich alle viermal eine emotionale Herausforderung. Schon bevor es am Nachmittag losging, hatte ich einen Kloß im Hals und nur allein beim Gedanken daran, flossen bei mir die Tränen. Je älter die Kinder werden, desto stärker wächst in mir das Gefühl, dass ich diese wertvollen Momente in meiner Erinnerung nicht verlieren möchte. Ich möchte sie für immer festhalten.

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Und auch die Einschulung ist einer der emotionalsten Momente in meinem Leben bisher gewesen. Wenn alle auf ihren Plätzen sitzen und dein Kind plötzlich allein an dir vorbeigeht, deine Hand nicht mehr braucht und zur Lehrerin / Lehrer aufschaut, weiß ich: jetzt sind Mama und Papa keine Superhelden mehr. Jetzt sind wir Menschen, die Fehler machen und diese Fehler gesehen werden. Es ist ein Moment, der sehr viel mehr ist als nur eine Schultüte zu überreichen. Meine Kinder haben in diesem Moment ein großes Stück Verantwortung bekommen und ich bin jedes Mal ein wenig älter geworden.

Heute sind die Kinder 14, 12, 10 und 7 und ich schaue mit Stolz auf sie. Doch das Schönste ist, dass ich beruflich diese Momente jedes Jahr erleben darf. Jedes neue Schuljahr sehe ich die Eltern der „Erstis“ vor der Schultür stehen und darauf warten, dass die Kinder noch einmal aus dem Fenster winken. Sie warten darauf, dass sie gebraucht werden und wenn es nur für ein kurzes Augenzwinkern ist.

Wenn ich daran denke, was wir beim Ersten noch alles in die Schultüte gepackt haben, wird mir ganz anders. Die Industrie möchte verkaufen, das ist klar und doch gibt es so viel, was eigentlich gar nicht benötigt wird. Ich finde Dinge gut, von denen man lange etwas hat und die nicht gleich beim nächsten Großputz im blauen Sack verschwinden.

Was auf jeden Fall nicht fehlen darf ist eine Brotbox und eine Trinkflasche. In den meisten Schulen gibt es eine Frühstückspause, in der die Kinder ihr Brot essen, was die Eltern eingepackt haben. Mir ist es wichtig, dass die Kinder ausreichend Essen dabeihaben, für den Fall, dass das Mittag in der Mensa nicht schmeckt. Ich hatte es am Anfang so oft, dass die Kinder mir erzählt haben, dass sie in der Schule noch Hunger hatten, weil sie zu wenig Essen dabeihatten. Seitdem gibt es bei uns eine Brotbox, in der ausreichenden Platz für Obst, Gemüse, Brot oder Zwiebelkuchen ist. Da auch bei uns die Spülmaschine dauerhaft läuft, habe ich immer noch eine Reservebox parat. Schaut doch mal hier: https://amzn.to/2NSAfRI

Im Winter gebe ich zusätzlich gern noch warmes Essen mit. Meistens bleibt vom Vortag noch etwas übrig, was ich morgens in der Mikrowelle warm mache und dann in den Thermobehälter gebe. Das ersetzt oftmals das Mittagessen in der Mensa. Nr 3 isst sowieso sehr viel lieber warm, so dass er diesen Behälter liebt. Auf Grund seines ADHS´s benötigt er viele kleine Mahlzeiten, so dass seine Konzentration bis Schulschluss durchhält. Ich mache das Essen morgens 06:30Uhr warm und mittags 12Uhr ist es immer noch warm. Auf solche Dinge kommt man nicht von Anfang an, umso besser, wenn es bereits ein Geschenk in der Schultüte ist. Es gibt für jeden Geschmack die richtige Größe und auch Besteck ist bei den meisten Produkten dabei. Schaut doch hier mal nach: https://amzn.to/2D54e6E

Alle vier Kinder gehen einem sportlichen Hobby nach, so dass wir in den letzten 15 Jahren mit Sicherheit schon über 200 Trinkflaschen gekauft und verloren haben oder diese kaputt gegangen sind. Am schlimmsten ist es, wenn die Dinger im Ranzen auslaufen. Dann hast du nämlich nicht nur ein Highlight – die ausgelaufene Trinkflasche, sondern gleich zwei – die nass durchtränkten Schulsachen. Glaubt mir, davon habe ich schon zahlreiche erlebt. Auch als Lehrerin geht mir mindestens einmal in der Woche eine Stunde abhanden, auf Grund ausgelaufener Trinkflaschen und damit Tränen und Schulmaterialien trocknen. Ich schwöre seit einem Jahr auf die Air up Flaschen. Kinder trinken erfahrungsgemäß sehr sehr wenig in der Schule. Diese Trinkflaschen sind bisher bei uns noch nicht ausgelaufen und das Beste daran ist, dass sie aus purem Wasser Geschmackswasser ohne Zucker machen. Wie ihr alle wisst, ist Zucker das Schlimmste, was ihr uns Lehrern antun könnt, denn dann lässt schlagartig die Konzentration nach und an Unterrichten ist kaum noch zu denken. Nr 2 trinkt aus dieser ;“ target=“_blank“ rel=“noreferrer noopener“>Flasche am Tag locker drei Liter und auch Nr 1 hat mit seinen 14 Jahren endlich seine Lust am Trinken entdeckt. Die Geschmacksringe gibt es in praktischen ;“ target=“_blank“ rel=“noreferrer noopener“>Nachfüllpacks. Im Bereich Sport kann ich diese Flaschen auch nur empfehlen. Immer wieder erleben wir, dass die Leute zu wenig trinken Wasser schmeckt ihnen nicht und es gibt sogar welche, denen richtig schlecht dabei wird. Diese Flasche hat große Wunder bei ihnen bewirkt. Schaut doch hier mal nach: https://amzn.to/2Z0SBGl

Diese drei Dinge sind aus meiner Sicht absolute Must-Haves in der Schultüte. Leider musste ich viele Jahre Erfahrung sammeln, die von Kind zu Kind dazu geführt haben, die gekauften Dinge zu minimieren und optimieren. Hierzu trägt natürlich auch mein Job eine Menge bei und die damit gesammelten Erfahrungen.

Die Einschulung…dieses Jahr ganz anders… ein Jahr, in dem wir Eltern und auch Pädagogen gefordert sind, diesen Tag trotzdem zum Schönsten werden zu lassen, mit all unseren Möglichkeiten. Ich weiß, dass es nicht einfach ist und doch weiß ich, dass es möglich ist.

Lasst die Tränen laufen – es gehört dazu, denn ein Stück Kindheit nimmt ihren Abschied.

Unser Ausflug in die Area 47

Heute am fünften Tag scheint die Sonne, der Himmel ist blau und die Kinder wollen ans Wasser. Gerade mal eine halbe Stunde vom Pitztal liegt das Ötztal und dort befindet sich die legendäre Area 47. Wir haben heute lediglich die Water Area genutzt. Wer das nötige Kleingeld hat und wem das Adrenalin auf der Kamikaze-Rutsche nicht reicht, der kann unter anderem auch Rafting, Canyoning, Caving, Wakeboarden oder den Hochseilgarten in 30 Meter Höhe besuchen.

In diesem Jahr ist alles ein wenig anders, denn wir befinden uns in einer Zeit der Pandemie. Corona hat uns alle fest im Griff und wir lernen Tag für Tag mehr damit zu leben. Auch die Area 47 musste sich dem Virus unterordnen und konnte somit dieses Jahr erst am 26.06.2020 öffnen. Sofern alles so bleibt, ist die Area 47 bis zum 06.09.2020 täglich in der Zeit von 10:00Uhr – 19:00Uhr und ab 07.09.2020 -04.10.2020 von 10:00Uhr – 18:00Uhr geöffnet. Ich muss sagen, dass ich über den günstigen Preis für uns zwei Erwachsene und fünf Kinder wirklich erstaunt gewesen bin. Wir haben heute für ein Tagesticket 64 Euro bezahlt. Wir haben uns einen Picknickkorb gepackt, so dass wir nichts weiter in der Area47 ausgeben mussten. Für eure individuellen Bedürfnisse schaut doch einfach mal auf die Homepage . Hier findet ihr alle Angebote und Preise. Vor Ort gibt es auch ein Restaurant, dessen Preise relativ normal sind, allerdings für den Hunger einer Großfamilie zu hoch. https://area47.at/water-area/preise-oeffnungszeiten-water-area/

Wir hatten fünf Kinder dabei und allen hat es mehr als gefallen. Wir hatten uns noch nicht einmal einen Platz gesucht, da rief Nr 3 bereits: „Mama, guck mal!“ und sprang vom 5m-Turm. Man muss Wasser und Rutschen mögen, um hier richtig zu sein und Gefallen zu finden. Sehr viel Spaß hatten die Kinder am Blobbing. Hierbei springen sie von einer Plattform auf ein riesen Luftkissen, krabbeln an dessen Rand und warten bis ein nächster von der Plattform auf das Kissen springt, um meterhoch in die Luft geschleudert zu werden. Blobbing ist ab 12 Jahre, was ich gerechtfertigt finde.

Blobbing

Die Großen haben sich dann an die Water Ramp rangetraut. Hier ist mir schon beim Zugucken schwindelig geworden. Zunächst mussten sie über eine Treppe 17 Meter hochlaufen, um dann mit einer Höchstgeschwindigkeit von 50 Km/h runterzurutschen und über eine Rampe ins Wasser zu fallen. Auf Grund des Neigungswinkels gelingt einem eine Flughöhe von bis zu acht Metern. Einer von uns hat das heute tatsächlich geschafft. Doch damit war es noch nicht genug. Als nächstes probierten sie von dort oben den Hydrospeed aus und sausten Kopf voraus in die Tiefe. Hierbei springt man zwar nicht, aber man slidet in atemberaubender Geschwindigkeit unten übers Wasser. Also ich selbst hätte mich das nie im Leben getraut. Die Jungs hatten großen Spaß und am nächsten Tag starken Muskelkater.

Waterramp

Fünf Wasserrutschen runden das Badeerlebnis ab.

Rutschen in traumhafter Kulisse

 Die Freefall-Rutsche hat sich heute keiner getraut, 22Meter und 70 Grad Neigung…Frauen dürfen da nicht runter. 3g wirken auf den Körper, sprich Adrenalin pur.

Unsere Jungs haben großen Gefallen an der 270 Grad Rutsche gefunden und waren nach dem Blobbing dort nicht mehr wegzubekommen. Aber auch die Kamikaze-Rutsche mit unzähligen Kurven und Freefallelementen sorgte für sehr viel Spaß bei den Kids. Unsere Kleine hatte zwei Rutschen zur Auswahl, die sie auch ohne unsere Begleitung rutschen konnte. Für eine Abkühlung für diejenigen, die rutschen nicht mögen, gibt es einen Badeteich, in dem man sich abkühlen kann. Am meisten Spaß hatte Nr 3 an der Rutsche, die ihn mit Wasserdruck ins Wasser schoss. Diese möchte er gern in unserem Garten haben. Hier setzt man sich vorn auf die Rutsche, betätigt zwei Knöpfe rechts und links vom Kopf und wird ins Wasser geschossen.

Der Traum von Nr 3

Wir waren vor drei Jahren schon einmal in der Area47 und da hat es uns nicht gut gefallen, da wir beim Eintritt zwei Stunden anstehen mussten und drin keinen Platz zum Hinlegen oder Hinsetzen gefunden haben. Es war einfach wahnsinnig voll. Alle Attraktionen wie Blobbing oder rutschen konnte man auf Grund langer Wartezeit nicht nutzen. Dieses Jahr war alles anders und viel cooler. Wir haben nicht angestanden und auch in der Area47 gab es keinerlei Wartezeit. Corona hat hier natürlich stark dazu beigetragen. Aber auch, dass in Österreich zur Zeit noch keine Ferien sind und wir mitten in der Woche die Area47 besucht haben. Ab 16Uhr wurde es dann ein wenig voller, da es dann das Sunsetticket gibt. Da wir allerdings bereits seit 10Uhr vor Ort gewesen sind, haben sechs Stunden auch gereicht.

Nr. 3 wird heute Nacht von der Area47 träumen.  Er ist bekanntlich unser Adrenalin-Junkie und ist hier voll und ganz auf seine Kosten gekommen. Er hat sich tausend Mal bedankt, dass wir das heute mit ihnen gemacht haben. Die Großen sind mit Blobbing auch auf ihre Kosten gekommen und rutschen aus 17 Meter Höhe hat ihnen ihre Grenzen gezeigt.

Alles in allem war es ein wunderschöner Urlaubstag, den alle so schnell nicht vergessen werden. Ob die Area47 für dich das Richtige ist, solltest du selbst ausprobieren. Ich bin kein Fan von Wasser und rutschen schon gar nicht, aber allein das Zugucken ist ein Besuch wert. Aber auch die traumhafte Kulisse lädt zum träumen ein.

Das Lächeln, dass seinen Weg findet

Sommerurlaub im Corona-Jahr 2020

In diesem Jahr ist alles anders. Heute ist der 01.07.2020 und irgendwie kann ich immer noch nicht ganz glauben, was passiert ist. Glücklicherweise geht es nicht nur mir so, sondern weltweit den meisten Menschen. Der Regenbogen steht für die Kinder, die die letzten Wochen auf ihre Freunde und sozialen Kontakte verzichten mussten. Er steht für Hoffnung… Dieser Regenbogen zeigte sich gleich am ersten Abend hier in unserem zweiten zu Hause… Ihr wisst ja – ich glaube an Zeichen.

Ein Zeichen der Hoffnung

Corona – eine unsichtbare Gefahr. Ein Virus, was die Welt seit Anfang 2020 fest im Griff hat. Ein Virus, was wir zu Beginn des Jahres naiver weise abgetan haben. Wir haben nicht daran geglaubt.

Heute, am 01.07.2020 sitzen wir auf der Terrasse des Ferienhauses Sonneck im Pitztal anstatt in der Türkei am Strand. Es kam alles anders als geplant und gebucht. Das Jahr 2020 hat mir mal wieder auf beeindruckende Art und Weise gezeigt, dass einfach nichts im Leben planbar ist. Jegliche Blackbox, die man in seine Planung mit einbezieht, ist umsonst. All die Nerven, die man am Wenn und Aber verliert, sind verschwendet.

Terrasse des Sonneck-Hauses

Leben!

Das ist das Stichwort. Leben, wann immer man die Möglichkeit dazu hat. Träumen und Träume verwirklichen ohne lange zu Warten und die Wenns und Abers zu berechnen. Corona zeigt, dass nichts sicher ist.

Aber zurück zum Ferienhaus Sonneck im Pitztal. Neulich hat mich mein Mann gefragt, wo ich mir etwas kaufen würde: Pitztal oder Zillertal. Meine Antwort ist klar: Pitztal. Wir fahren seit 15 Jahren hierher, oft mehrmals im Jahr. Unsere vier Kinder kennen das Gebiet wie ihre Westentasche. Ich verbinde mit dem Pitztal wahnsinnig viele Erinnerungen, die ich gern festhalten, bei mir behalten möchte. Je älter die Kinder werden, desto stärker wird das Gefühl des Festhalten-wollens.

Dieses Jahr hatten wir, wie jedes Jahr, unseren Sommerurlaub bei der Familie in der Türkei gebucht, mussten aber vier Tage vor Abflug unsere Flüge stornieren, da Deutschland die Türkei als Risikogebiet eingestuft hat. Nach drei Monaten zu Hause zu sechst, intensive Beschäftigung mit mir selbst, musste ich raus. Ich musste etwas Anderes sehen, musste weg. Für mich stand sehr schnell fest, dass ich ins Pitztal möchte. Hier weiß ich, können die Kinder „frei“ sein und ich bekomme Luft zum Atmen. Da wir seit 15 Jahren hierherkommen, kennen wir die Familie Lentsch recht gut und wussten, dass sie unter anderem auch vermieten. In meiner Not schrieb ich sie an und klagte mein Leid. Sofort erhielt ich eine erlösende Antwort: sie haben etwas für uns frei, da Corona auch vor dem Pitztal nicht Halt gemacht hat und sie schließen mussten. Wir durften also die ersten und auch einzigen Gäste im Ferienhaus Sonneck sein. Das letzte Haus in Liss, direkt an der Kinderskischule (im Winter), mitten in der Sonne und in absoluter Stille.

Haus Sonneck

Das Haus Sonneck kennen wir noch als Hotel. Seit 2015 / 2016 ist es ein Selbstversorgerhaus mit allem, was das Herz begehrt. Die Küche ist voll ausgestattet und hat für unsere Großfamilie genau die richtigen Topfgrößen.  Der Herd ist ein Traum und der Geschirrspüler ein Weihnachtswunsch wert. Innerhalb von zwei Minuten hat er das Geschirr gewaschen und getrocknet, so dass eine Versorgung von 39 Personen (soviel kommen in den 19 Zimmern unter) kein Problem darstellt. Ja, ich kann sagen, dass es ein sehr hochwertiges Haus ist. 450m² über 3 Etagen und zwei große Gaststuben bieten ausreichend Platz, damit man in Ruhe sitzen, essen und chillen kann, wobei ich bei diesem Wetter lieber auf der großen Terrasse in der Sonne sitze und die wunderschöne Aussicht genieße. Es existiert eine Schankanlage, an die man sich bei Bedarf ein Bierfass anschließen lassen kann. Kaffeemaschine, Wasserkocher, Toaster – alles ist vorhanden, nichts muss mitgebracht werden. Wer frische Brötchen am Morgen essen möchte, kann direkt gegenüber in der Zirbenbäckerei fündig werden. Auch am Nachmittag kann man hier gemütlich in der Sonne eine Tasse Kaffee trinken und ein Stück Kuchen dazu genießen.

Bar mit Ausschank
Gastraum
Küche
Küche

Die Piste endet direkt hier vor dem Haus. Oftmals haben wir schon die Gäste beneidet, die noch in der Sonne nach einem Pistentag gesessen haben. Vorteilhaft ist, dass man sich direkt im Haus das Wintermaterial für Groß und Klein leihen kann. Sport Lentsch bietet einen großartigen Service, der weit über Dienstleistung hinausgeht. Seit 15 Jahren werden wir mit einem Lächeln herzlich begrüßt, so dass man sich immer wie zu Hause fühlt. Kommt man im Winter von der Piste, kann man direkt in der Apres Ski Bar noch etwas trinken und sich ausruhen bevor man den Tag beendet. Vor dem Haus Sonneck befindet sich ein Spielplatz und eine riesige Wiese, der die Kinderherzen höher schlagen lässt. Während die Erwachsene auf der Terrasse in der Sonne ein Glas Wein oder einen Cappuccino genießen können, rutschen oder schaukeln die Kinder.

Der Sonne entgegen

Tatsächlich scheint es so als ob die Familie Lentsch die Sonne gebucht hat. Egal, ob beim Skiverleih, in der Apres Ski Bar oder in eines ihrer Appartments – die Sonne ist immer dabei. Schaut doch einfach mal auf ihre Seite oder noch besser: setzt euch ins Auto und überzeugt euch selbst. Diese Familie steht für Freundlich- aber vor allem Herzlichkeit.

https://www.pitztal-sonneck.at/de/ausstattung.html

Der Sonne entgegen

Der Hochzeiger ist perfekt für Familien, da die Kinder sich weder verlaufen noch auf Skiern verfahren können. Es gibt nur einen Weg nach unten, so dass man sich im Notfall an den Gondeln wiedertreffen kann. Tatsächlich ist es uns erst einmal in den letzten Jahren passiert, dass wir ein Kind auf der Piste verloren haben. Der Plan ging auf und wir haben es an der Gondel wieder getroffen. Das Liftpersonal ist überaus kinder- und familienfreundlich. Da wir nun seit Geburt unseres ersten Kindes hierherfahren, kennen wir sämtliche Situationen, ob es voll gepackt mit Kinderwagen und Roller oder schwanger und drei Kindern oder Kinder allein – es gab nie eine Situation, in der ich mich allein gelassen gefühlt habe. Stets wurde mir Hilfe angeboten, die ehrlich und mit einem Lächeln verbunden gewesen ist. Im Sommer wie Winter kann man hier zahlreiche Dinge unternehmen. Die Ponys hinter der Tanzalm sind ein Traum für jeden Pferdeliebhaber und es erinnert ein wenig an eine Märchenwelt, wenn man sich ihnen nähert.

Ponys hinter der Tanzalm

Besser als im Haus Sonneck hätten wir es nicht treffen können dieses Jahr. Der Weg zu mir selbst findet hier seinen Abschluss – fürs erste – in der Sonne, auf der Terrasse und mit einem Lächeln im Gesicht. Ein Lächeln, was ich vermisst habe in den letzten drei Monaten. Ein Lächeln, was mir Kraft für neue Ideen gibt. Ein Lächeln, was ich festhalte.

Danke 2020 für diese Hürde. Danke Sport Lentsch für diese wundervolle Möglichkeit, das Lächeln wiederzuerlangen.

Konzentrier dich doch endlich mal!

Am Rande des Nervenzusammenbruchs…mein Homeschooling Namens AD (H) S…

Heute sprichst du mir eine Sprachnachricht und weinst. Du kommst zu Hause kaum klar. Das erste Mal bist du in einer Situation, die dich emotional in deiner Eltern-Kind-Beziehung an deine Grenzen bringt.

Dein Kind hat AD (H) S. Du erlebst es sonst „nur“ am Nachmittag und auch da ist es oft chaotisch und es geht drunter und drüber. An Schule machen ist nicht zu denken. Dein Kind ist fertig vom Tag.

Entweder hat es sich acht Stunden in der Schule so dermaßen angestrengt „normal“ zu sein und nicht aufzufallen oder es hat versucht „zu funktionieren“. Du bekommst das sonst gar nicht so extrem mit, weil es ja in der Schule ist. Jetzt sitzt du zu Hause und bettelst dein Kind an, dass es sich doch bitte konzentrieren soll. Auch du möchtest, dass es funktioniert, weil ihr den Plan schaffen müsst.  Du hast erst vor kurzem die Diagnose bekommen und dich noch gar nicht wirklich damit auseinandergesetzt, was das eigentlich bedeutet.

Lernen, wenn das Kind nicht „funktioniert“

Wie du sicherlich schon oft gelesen hast, arbeiten beide Gehirnhälften unterschiedlich. Diesem Satz hast du bisher wahrscheinlich eher in witzigen Situationen Bedeutung beigemessen. Gerade jetzt in Zeiten des Homeschoolings ist das eine der wichtigsten Erkenntnisse, die du als Eltern benötigst, um deine Grenzen und die deines Kindes zu wahren und schützen.

Es gibt Menschen, die mathematische Formeln ausrechnen ohne mit der Wimper zu zucken, für andere sind es böhmische Dörfer. Es gibt Kinder, die wahnsinnig schnell auswendig lernen, andere quälen sich unendlich damit – und das obwohl beide im gleichen Unterricht sitzen und das gleiche Wissen vermittelt bekommen.

Wir wurden damals so beschult, dass hauptsächlich unsere linke Hirnhälfte beansprucht wurde, egal, ob sie bei uns gut ausgebildet gewesen ist oder nicht. Viele Eltern und auch Lehrer gehen heute mit denselben Methoden vor. Eltern, weil sie es so gelernt haben, Lehrer, weil sie es für gut befinden. Jeder nach bestem Wissen und Gewissen.

Für euch zu Hause ist es jetzt von Vorteil, wenn ihr Arbeitstechniken findet, die beide Gehirnhälften beanspruchen, um Stress zu vermeiden. Hier kann ich auf jeden Fall z.B. die ABC-Listen von Vera F. Birkenbihl empfehlen. Wenn Interesse besteht, kann ich gern hierzu auch nochmal etwas schreiben.

Deine Gehirnhälften

Deine rechte Gehirnhälfte ist für die visuelle Wahrnehmung  und auch Kreativität zuständig. Hier kommen auch unsere Emotionen zum Vorschein. Mit der rechten Gehirnhälfte lässt du deiner Fantasie freien Lauf, du gibst Tagträumen eine Chance und malst die Bilder in deinem Kopf farbig aus.

Deine linke Gehirnhälfte ist für die puren Fakten zuständig. Hier finden Zahlen, Fakten, Bedienungsanleitungen und Daten ihren Platz. Sie arbeitet nicht emotional, sondern logisch. Alles, was du lernst, wird hier gespeichert, so auch Auto- und Fahrradfahren. Besonders wichtig ist diese Erkenntnis für dich als Homeschooling-Eltern zu Hause. Auch das Lesen ist hier angesiedelt.

Welche Gehirnhälfte bei kleinen Kindern vor Schuleintritt ausgeprägt ist, muss ich nicht näher beschreiben. Mit Zahlen und Fakten können die Kleinen noch nicht viel anfangen. Hier spielen Farben und Fantasie eine dominierende Rolle. Erst mit Schuleintritt verliert die rechte Hälfte ihre Dominanz.

Deshalb nutzt die jetzige Zeit, um ihr wieder Aktivität zu verschaffen. Erwachsene, die in ihrer Kindheit keine Möglichkeit hatten, der rechten Gehirnhälfte Kraft zu geben, hat später eine Unterentwicklung der rechten Gehirnhälfte zu verzeichnen.

Gedächtnis

Auch ist es wichtig, einiges über das Gedächtnis deines Kindes zu wissen, um mit Diagnosen umgehen zu können und die Zeit jetzt zu Hause gut zu meistern.

Ich könnte jetzt eine wissenschaftliche Abhandlung darüber schreiben. Dann hätte ich allerdings das Problem, dass du nicht weiterliest. Das möchte ich nicht. Ich möchte, dass du dein Kind verstehst.

Du hast mit Sicherheit schon einmal etwas vom Arbeitsspeicher gehört. So haben wir auch ein Arbeitsgedächtnis. Man sagt, dass das Arbeitsgedächtnis nur 7 Informationen speichern kann. Dessen solltest du dir bewusst werden. Eine Information kann ein Gedicht, aber auch einfach eine einzige Zahl sein oder ein Auftrag wie „Geh Hände waschen“. Oftmals ist das der Auslöser für Streitigkeiten und den Gedanken „warum funktioniert es nicht?!“. Gerade bei Kindern mit AD (H) S ist das ein Wissen, was du im Alltag benötigst, um nicht zu verzweifeln. Wenn wir etwas willentlich machen, also zB Hände waschen gehen, strengt das an und erfordert maximale Konzentration. Vor allem fordert es Konzentration, wenn es nicht automatisiert ist und den Arbeitsspeicher immer wieder fordert. Gibst du deinem Kind also mehrere Aufträge gleichzeitig, geht der erste verloren, dann der Zweite usw. Erinnere dich wieviel maximal gespeichert bleiben! 7 !

Ein gutes Beispiel hier ist das Lernen des Autofahrens. Hier müssen viele Abläufe gleichzeitig passieren, ansonsten kannst du nicht losfahren oder anhalten. Es muss eine Automatisierung stattfinden, damit der Arbeitsspeicher nicht heiß läuft und aussetzt. So ist es auch beim Lernen der Malfolgen. Sie müssen automatisiert werden, damit Platz für weitere Informationen sind, sonst scheitert das Kind immer wieder an der weiterführenden Mathematik, da der Arbeitsspeicher für neue Aufgaben keinen Platz hat. Er ist überlastet mit der Malfolge.

Es ist wichtig, dass Lernen zu unterteilen. Fange an, genau das zu verstehen, um deinem Kind zu helfen! Es wird euch beiden nicht helfen, wenn ihr im Stoff zu Hause weitermacht und der Arbeitsspeicher deines Kindes explodiert, weil die Unterthemen noch nicht automatisiert sind. Nimm dir genau JETZT hierfür Zeit! Beispiele für Automatisieren sind das Silben lesen und klatschen, Buchstaben erkennen, lernen von unregelmäßigen Verben in englisch und natürlich das kleine Einmaleins.

Auch Schwimmen und Fahrradfahren ist ein Automatisierungsprozess. Kannst du dich an den Satz erinnern: „Fahrradfahren und Schwimmen verlernst du nie wieder.“ ? Genau das ist Automatisierung.

Konzentrier dich doch endlich mal

Sei ehrlich, wie oft hast du diesen Satz schon gesagt? Also ich seeeeehr oft und ja, nachdem ich meine Ausbildung zur AD (H) S-Trainerin absolviert haben, ging er mir durch Mark und Knochen. Ich hätte am liebsten die Zeit zurück gedreht.

Hast du dir mal die Frage gestellt, was du unter Konzentration verstehst? Welches Verhalten erwartest du in dem Moment, wo du diese Aufforderung aussprichst?

Für mich bedeutet es, sich nicht von anderen Dingen ablenken lasse, voll und ganz vertieft in die Sache. So! Und nun betrachte dich mal! Denke an die letzten Tage oder an Arbeitssituationen. Bist du ganz bei der Sache? Also ich sitze am Esstisch und denke an die Wäsche, die ich noch aufhängen muss. Ich sitze in der letzten Schulstunde und denke daran, dass alle meine Kinder hoffentlich pünktlich am Auto sind. Ich schreibe diesen Text und denke daran, dass ich nicht vergessen darf, die Eltern meiner Schüler anzurufen. Tja, so voll und ganz bei der Sache sind wir Erwachsenen wohl auch nicht oder steht es bei dir anders? Wir eilen in Gedanken unserer Zeit voraus.

Und wie sage ich so oft? Kinder lernen durch soziales Lernen. Sie kopieren uns, sie beobachten uns. Sie sehen, dass wir schnell unsere Nachrichten checken während wir den Tisch decken, die Butter aus dem Kühlschrank holen und die Kinder ans Zähne putzen erinnern. Ist es bei dir anders?

Wie soll also dein Kind wissen, was „Konzentration“ bedeutet? Es hat dich noch nie wirklich konzentriert, also bei einer Sache verweilen, gesehen. Nutze deine Zeit des Homeschoolings deinem Kind genau das beizubringen. Konzentration kann entwickelt und erlernt werden. Setze dich hin, nimm dir ein Buch und vertiefe in diesem Buch, so sehr, dass du aufschreckst, wenn dein Kind dich anspricht. Das ist Konzentration! Das ist es, was du jetzt beibringen kannst!

Ich freue mich, wenn ich euch einen kleinen Einblick geben konnte. Im nächsten Blog wird es um das Thema Lernen gehen. Ich freue mich auf euch.

Eure Kristin

und die Tasche bleibt leer

…und dann steht meine Welt still…

Ich müsste packen, doch ich kann nicht. Eine Tasche fehlt und die steht immer noch unberührt in seinem Zimmer. Es fällt mir schwer…immer wenn ich es versuche sind die Bilder wieder da…die Tasche bleibt leer.

„Mama, du musst kommen, Nr 1 ist abgestürzt.“ …das waren die Worte, die ich über das Funkgerät erhalten habe, während ich mit Nr 4 im Lift saß….vor einem Jahr… Ich wusste nicht wie mir geschieht. Der Lift fuhr in diesen Minuten langsamer als sonst nach oben. Von weitem konnte ich Nr 2 sehen und hatte eine Ahnung wie er sich fühlt. Oben angekommen funktionierte ich nur noch. Eine Skigruppe mit Lehrer war direkt neben mir. Ich schilderte ihm die Situation und Absturzstelle. Er machte sich sofort auf den Weg. Ich…stand…regungslos. Dann kam schon die Bergrettung mit dem Skido und ich hielt ihn an, bat ihn mich mitzunehmen….ich ließ Nr 4 stehen. Was ich dachte? Ich habe an nichts gedacht, außer, dass ich zu meinem Kind wollte. Ausgerechnet in diesen Momenten hat das Handynetz versagt, so dass ich niemanden erreichte. Dann der Funkspruch, dass Nr 4 eingesammelt wurde und nicht mehr allein auf dem Berg steht.

Dem Tod in die Augen sehen…

…und dann war ich eingefroren. Ich guckte runter und sah ihn liegen, regungslos…direkt unter dem Gipfelkreuz. Ich rief ihn, doch er regierte nicht. Die Bergrettung kletterte zu ihm…erkennen konnte ich nichts. Ertan kam dazu und kletterte runter, wurde jedoch sofort ferngehalten. Er, der sonst immer der Positive von uns ist und das Gute sieht, hatte einen Blick, den ich noch nicht kannte in all den 15 Jahren…ein Blick der Angst, der Hoffnungslosigkeit.

Ich…funktionierte…rief meinen Papa an, um die Auslandskrankenversicherungsnummer rauszubekommen… Ich wollte all das nicht wahrhaben, es durfte nicht sein. Er ist unser bester Skifahrer und lag da…einfach so….ja, mir laufen auch heute noch die Tränen, während ich diese Zeilen schreibe…Tränen, die ich in diesem Moment nicht zugelassen habe. Auf einer Trage schleppten sie ihn hoch und ich sah in seine offenen Augen. Er guckte mich an und fragte: „Mama, muss ich jetzt sterben?“ … eine Frage, die keine Eltern gestellt bekommen wollen von ihren Kindern.

Zeit ist relativ

…und dann warten wir…auf den Hubschrauber. In den letzten Jahren haben wir immer bewundert wie schnell er am Unfallort eingetroffen ist. An diesem Tag kam es mir vor wie eine Ewigkeit, ja ich bin richtig sauer geworden warum er so lange braucht. Nr 1 zittert, ihm ist kalt, er hat Angst. Ärzte und Pistenrettung sind ein unfassbar gutes Team, machen alles, was man in diesem Moment machen muss – ruhig bleiben. Dann nach 15 Minuten kommt er endlich und landet. Wir wollen mit, durften aber nicht, da bereits zu viele Personen an Bord gewesen sind. Sie nahmen ihn mit und wir fuhren die Piste runter zur Unterkunft. Freunde und Familie kümmern sich um die anderen Kinder, die das alles nicht verarbeiten können. Nr 3 ist verzweifelt, weil er weiß, dass sein Bruder in dem Hubschrauber über ihm liegt. Wir packen die Krankenhaustasche und fahren los. Wir schweigen…jeder für sich…miteinander zu verarbeiten ist schwer. Wir sind mit den Jahren leichtsinnig geworden…fahrlässig…Vorwürfe überschütten uns.

Die Nachricht

…und dann…die Nachricht von ihm, dass er Tetris auf seinem Handy spielt. Ich lache und weine gleichzeitig während ich die Nachricht vorlese. Ich habe mich noch nie so sehr über eine Nachricht gefreut. Er hat seinen trockenen Humor, er ist da! Angekommen im Krankenhaus sehen wir ihn im Vorraum neben vielen anderen liegen. Er hat starke Narkosemittel intus und schläft immer wieder ein, aber wir können ihn im Arm halten. Und wieder warten wir eine gefühlte Ewigkeit auf die Auswertung seiner Untersuchungen. Wir wussten nicht, ob es etwas am Rücken, Nieren oder Becken gewesen ist. Endlich kam ein Arzt und ging mit uns die Röntgenbilder durch: starke Becken- Nieren und Schulterprellung, sonst nichts…Schutzengel…ihr habt euren Dienst getan!

Wir sollten ihn mitnehmen. Er stand auf, wir stützten ihn und plötzlich spukt er Blut, viel Blut. Mir wird ganz anders, ich möchte Ärzte sprechen, aber die haben mit den „richtigen“ Fällen zu tun. Uns wird versichert, dass alles in Ordnung ist. Wir nehmen ihn mit, er schläft bei uns, wir machen kein Auge zu….

Zu Hause

Für mich war der Skiurlaub beendet. Nr 2 machte sich große Vorwürfe, da er im Weg stand und Nr 1 deshalb abgestürzt ist. Wie er damit umgeht, wird der jetzige Urlaub zeigen. Ich merke, dass ich jetzt erst anfange zu verarbeiten. Bis jetzt habe ich erfolgreich verdrängt. Die Piste war weit weg und wir haben absichtlich bis jetzt keinen Winterurlaub geplant. Doch heute geht es ans Tasche packen und es geht nicht. Die Tasche bleibt leer…

Mamasein

Ü7, wie der Stress uns wieder hat

Da beginnt die wunderbare Weihnachtszeit. Süßer die Glocken nie klingen… Na ja, bei uns ist das anders. Noten, Noten, Noten. Wir wissen gar nicht mehr wann wir was lernen sollen. Mich macht dieser Stress wahnsinnig, weil ich ihn den Kindern nicht nehmen kann. Ü7 ist ein wichtiger Schritt und nein, der Druck geht nicht von den Lehrern oder der Schule aus, sondern von dem System, in dem wir uns befinden. Ein System, das geprägt ist von Noten. Da ist es egal, ob das Kind einen schlechten Tag hatte oder Streit mit den Eltern am Morgen, weil auch sie Stress haben, benotet werden muss. Wenn wir es genau betrachten, stellt sich die Frage, was benotet wird? Wenn ich mir die letzten Jahre meiner vier Kinder betrachte, dann muss ich feststellen, dass in diesem System die Fehler benotet werden. Es wird nicht geguckt, was das Kind kann, sondern was es noch nicht kann. Dabei wird der Punkt außer Acht gelassen, dass die Kinder auf die Schule gehen, um die Dinge, die sie nicht können, zu erlernen. Warum muss das geprüft werden? Stellt man als Lehrkraft nicht täglich fest, ob die Kinder sich weiterentwickeln? Stellt man als Lehrkraft nicht fest, ob Kinder sich Kompetenzen aneignen? Wenn Kinder die Kompetenz des Schneidens erlernen im Kindergarten, gibt es doch keine Scherenprüfung oder? Oh doch, mir fällt grad ein, dass es mittlerweile für alles einen Führerschein gibt, selbst einen Scherenführerschein habe ich gefunden. Ihr sollt mich jetzt nicht falsch verstehen. Natürlich ist es unheimlich wichtig für die Entwicklung, dass die Kinder mit der Schere umgehen können, da das Schneiden eine motorische Herausforderung ist. Ich finde nur, dass man das durchaus beobachten und nicht gleich bewerten muss.

Kompetenzen….hat die nicht jeder? Irgendwelche, irgendwie?

Kompetenzorientierter Rahmenlehrplan. Was für ein wunderschönes Wort. Unsere Kinder sollen also kompetenzorientiert lernen. Ich frage mich: wie passen Noten zu Kompetenzen? Kann ich Kompetenzen tatsächlich benoten? Und wenn ja, wie sieht so ein Bewertungskriterium aus? Ich selbst habe als Mutter noch keins gesehen. Ihr? Vielleicht habt ihr ja Beispiele und Vorschläge. Fertigkeiten und Fähigkeiten sollen aus intrinsischer Motivation erlangt werden. Der Lehrer selbst soll nur noch Lernbegleiter sein. Kompetenzen rufen eine Problemlösungskompetenz hervor und Transferwissen. Es soll also das Lernen lernen begleitet werden. Nun erlebe ich allerdings als Mutter, dass sehr wenige Lehrer diesen Rahmenlehrplan entsprechend umsetzen. Es geht nach wie vor um die Frage „Welcher Stoff wurde vermittelt?“, aber auch Eltern sind hier ein großer Faktor, der die Umsetzung hindert. Als Mama erlebe ich in jeder Elternversammlung das gleiche Phänomen. Eltern regen sich über ausgefallenen Unterricht auf oder darüber, dass die Kinder eigentlich schon viel weiter sein müssten. Dem Lehrer wird es gar nicht erst ermöglicht, kompetenzorientiert zu unterrichten, weil die Eltern Kompetenzen nicht begreifen. Sie stecken alle noch in ihrem alten System, was es für die Kinder in der Schule sehr schwer macht. Ja, auch ich erwische mich oft beim Lernen am Wochenende dabei über die Schulter meiner Kinder zu schauen und mich zu fragen, ob sie nicht eigentlich schon weiter sein müssten. Kompetenzorientiertes Lernen erfordert eigene Motivation der Kinder. Hier ist die Lehrperson stark gefragt, denn in einer Klasse von 20 – 30 Kindern hat jedes andere Interessen. Hier jedes Kind abzuholen, da wo es steht, ist eine große Herausforderung, die ich als Mama von vier Kindern nicht mal bei meinen eigenen Kindern schaffe. Es reicht nicht aus, einen Klassenraum so zu gestalten, dass kompetenzorientiertes Lernen möglich ist, sondern man muss auch den Stoff entsprechend aufbereiten. Es müssen also Themen her, die die Kinder mitnehmen, die sie neugierig machen. Mein Sohn ist mitten in dem ganzen kompetenzorientierten Unterricht und stellt sich sehr unter Druck, da er anders angefangen hat zu lernen in Klasse 1. Jetzt steht für uns der Übergang, das heißt der Wechsel auf eine neue Schule für Klasse 7 an und damit geht der ganze Bewerbungsprozess los.

Ü7 und der alltägliche Wahnsinn

Wenn es heißt Schulwechsel, gehen bei Eltern und Schülern die Alarmglocken. Die derzeitige Schulsituation in unserer Stadt führt zu einem harten Kampf um den Schulplatz. Kinder sammeln Noten, weinen, wenn es keine eins wird und Eltern verlangen Elterngespräche. Die Nachmittage in dieser Zeit verbringen die Lehrer in der Schule und nicht bei ihren Kindern beim Plätzchen backen. Es wird diskutiert und gefordert, denn die Plätze sind rar. Um auf ein Gymnasium hier zu kommen, wird die Notensumme 7 in den Fächern Deutsch, Mathe und Englisch benötigt. Viele Gymnasien wählen allerdings Notensumme 6, denn sie können es sich ja aussuchen. Man hat als Eltern mit seinen Kindern Bewerbungsgespräche und hat bis April im Folgejahr Bauchschmerzen, da die Zusagen erst so spät kommen. Mein Sohn weinte gestern Abend im Bett, weil er große Panik davor hat, seine Wunschschule nicht zu bekommen. Er rennt heute, so wie viele andere Kinder es in den nächsten Wochen tun werden, von Lehrer zu Lehrer und bittet um Zusatzleistungen, um seine Noten aufzubessern. Auch für die Lehrer ist es eine große Herausforderung, jetzt kurz vor Schluss noch Referate unterzubekommen. Ich kenne als Mutter die Lösung des Ganzen nicht, merke aber, dass auch ich jeden Tag mehr Bauchschmerzen bekomme. Ich freue mich, wenn ihr Kommentare mit Vorschlägen hinterlasst.

Eure Kristin